Alles Wissenswerte zu Bodenstaubsaugern
Ein alter Küchentuch-Spruch lautet: "Wo Staub liegt, ist Frieden!" Klingt zwar schön und gut, aber Allergiker:innen dürften da anderer Meinung sein – und nicht nur sie! Die bittere Wahrheit lautet, dass Staub nervt, zu Niesattacken führt und scheinbar unendlich Nachschub vorhanden ist. Für alle, die nicht auf Besen und Wischmop setzen, ist es daher nur eine Frage der Zeit, bis die Erst- oder Neuanschaffung eines Staubsaugers ins Haus steht. Aber welchen?
Wer die Wahl hat, hat bekanntlich die Qual und in dem Fall hat er sie tatsächlich: mit Akku, mit Kabel, mit Beutel, beutellos, mit Stiel, groß, klein und in allen Farben und Preisklassen. Viele schwören nach wie vor auf klassische, kabelgebundene Bodenstaubsauger – das beweisen auch die große Auswahl am Markt und die ständige Weiterentwicklung.
Damit die Wahl nicht zur Qual wird und du gut informiert eine Kaufentscheidung treffen kannst, erfährst du bei uns das Wichtigste rund um Bodenstaubsauger und worauf du beim Kauf achten solltest.
Das passiert beim Staubsaugen
Worauf kommt es an? In einem Satz zusammengefasst, ist ein Staubsauger so aufgebaut, dass schmutzige Luft eingesaugt wird, im Innern gefiltert, und sauber wieder ausgestoßen. Die einzelnen Schritte sehen im Prinzip bei allen Staubsaugertypen ähnlich aus:
Ein motorbetriebenes Gebläse erzeugt Unterdruck. Je stärker der Motor ist, desto mehr Unterdruck kann er grundsätzlich generieren.
Durch ein vorgeschaltetes Rohr, einen Schlauch oder eine Düse – je nach Modell – verdichtet sich der Luftstrom und es entsteht ausreichend Sogwirkung, um die Luft mitsamt dem darin befindlichen Staub anzusaugen.
Die verschmutzte Luft strömt im Inneren des Geräts durch einen oder mehrere Filter (verschiedenster Art).
Je nach Modell landen die aufgefangenen Staub- und Schmutzpartikel in einem Auffangbehälter oder Staubbeutel.
Am Ende ist die ausströmende Luft idealerweise so sauber, dass selbst Allergiker:innen durchatmen können und der Boden frei von Staub, Bröseln und Co.
Vergleich: Kabelgebundener Bodenstaubsauger vs. Akkusauger
Bevor du dich für einen kabelgebundenen Bodenstaubsauger entscheidest, wirf zur Sicherheit noch einen Blick auf Akkusauger/Stielsauger. Was sind die wesentlichen Unterschiede? Saugt einer besser als der andere? Wofür ist was geeignet? Hier die Vor- und Nachteile beider Gerätetypen:
Ausdauernd und saugstark – der kabelgebundene Bodenstaubsauger
Das Kabel macht den Unterschied und es gibt gute Gründe, die für kabelgebundene Staubsauger sprechen. Probleme, wie einen zu geringen Ladestand oder einen schwächelnden Akku, gibt es hier nicht. Sobald eine Stromquelle vorhanden ist, verrichtet er zuverlässig seine Arbeit – ohne vorheriges Laden und ohne Einschränkung der Betriebszeit. In Sachen Saugleistung haben kabelgebundene Geräte – vor allem in den unteren Preisklassen – die Nase leicht vorne.
Wo Bodenstaubsauger ebenfalls besser abschneiden, ist beim Fassungsvermögen für den angesammelten Schmutz. Durch den Einsatz von Staubbeuteln besitzen sie ein Vielfaches des Fassungsvermögens von Akkusaugern. Deren meist klein dimensionierte Behälter müssen oft entleert und gereinigt werden. Das kann nicht nur lästig sein, sondern insbesondere für Allergiker:innen zu einer gesundheitlichen Belastung führen. Obwohl Beutel zwar laufend Geld kosten und als Wegwerfartikel nicht sonderlich ökologisch sind, können sie für Allergiker:innen daher die bessere Wahl sein – insbesondere erlauben Beutel, die vor dem Entnehmen verschließbar sind, eine äußerst sichere und hygienische Entsorgung.
Wer keine Staubeutel kaufen, aber dennoch von den oben genannten Vorteilen profitieren möchte, kann sich einen kabelgebundenen Bodenstaubsauger mit Zyklon-Technologie zulegen. Mehr zur Zyklon-Technologie weiter unten.
Flexibler Einsatz – der Akkusauger/Stielsauger
Der große Vorteil von Akkusaugern ist, dass sie unabhängig von einer Steckdose funktionieren, also kabellos. Voraussetzung ist ein stets ausreichend aufgeladener Akku, der bei Mittelklassemodellen gute 60 Minuten Laufzeit bringen kann. Akkubetriebene Staubsauger gibts als verschiedenen Gerätetypen, vom Handstaubsauger bis zum Stielsauger. Mit Stielsaugern kann, wie mit kabelgebundenen Bodenstaubsaugern, der gesamte Wohnraum gereinigt werden.
Da die meisten Geräte mit der beutellosen Zyklon-Technologie arbeiten, müssen nicht ständig Staubbeutel gekauft und gewechselt werden – das bedeutet geringere Folgekosten und weniger Müll. Nachteil: Das manuelle Entleeren des Auffangbehälters ist eine unhygienische Angelegenheit.
Auf einen Blick: Kabelgebundene Bodenstaubsauger vs. Akkusauger
Bodenstaubsauger | Akkustaubsauger |
|---|---|
funktioniert immer | Funktion abhängig vom Ladezustand |
keine zeitliche Beschränkung | beschränkte Akkulaufzeit |
größeres Volumen den Staubbeutels | häufigeres Leeren des Staubbehälters notwendig |
Wechsel eines Staubbeutels hygienischer | Leeren des Staubbehälters unhygienisch, Achtung Allergiker:innen |
sperrig, schwer, Kabel als Stolperfalle | handlich, leicht |
von Steckdose abhängig | flexibel einsetzbar ohne Stromanschluss |
Folgekosten bei Modellen mit Beutel | kaum Folgekosten, da beutellos |
höherer Stromverbrauch, vor allem bei älteren Geräten | bessere Öko- und Kostenbilanz, da geringerer Stromverbrauch |
Wichtige Kriterien beim Kauf eines Bodenstaubsaugers
Wenn du dich bereits für einen kabelgebundenen Bodenstaubsauger entschieden hast, stellen sich die Fragen: Welche verschiedenen Typen an Bodenstaubsaugern gibt es und was sind die Vor- und Nachteile? Welche Leistungsmerkmale sind wichtig und was bedeuten sie? Und was gibt es sonst noch beim Kauf zu bedenken, um dein ideales Gerät zu finden?
Gerätetypen: Mit Beutel oder beutellos
Beutellose Geräte gibt es nicht nur bei Akkusaugern, sondern in immer größerer Zahl auch bei kabelgebundenen Bodenstaubsaugern. Aufgrund der unterschiedlichen Funktionsweise haben beide Typen Vor- und Nachteile.
Bodenstaubsauger mit Beutel
Beim Bodenstaubsauger mit Beutel hat dieser zwei Funktionen: er ist zum einen Auffangbehälter für den eingesaugten Schmutz und Staub, er dient aber gleichzeitig als Hauptfilter. Üblicherweise ist er vor dem Motor samt Gebläse angeordnet, die dadurch vor Staub geschützt sind. Ein Nachteil dieser Anordnung ist, dass ein starkes Gebläse notwendig ist, um den nötigen Unterdruck vorne an der Düse zu erzeugen. Mitunter ist das ein Grund, warum Bodenstaubsauger mehr Leistung (Watt) benötigen als andere Typen.
Die Beutel bestehen in der Regel aus mehrlagigen Papierfiltern (2 bis 5 Lagen) oder Vliesstoff. Darüber hinaus gibt’s je nach Gerät noch weitere strategisch platzierte Filter, wie den Grobfilter vor dem Motor und den Mikrofilter im Abluftbereich. Mehr dazu erfährst du weiter unten im Kapitel Filter.
Bodenstaubsauger ohne Beutel
Beutellose Bodenstaubsauger funktionieren dank Zyklon komplett ohne Staubbeutel. Die seit den 90er Jahren bei Haushaltsstaubsaugern eingeführte Technologie wurde bereits lange zuvor im Industriebereich eingesetzt, z. B. um Sägespäne abzuscheiden.
So funktioniert die Zyklon-Technologie im Staubsauger:
Die eingesaugte Luft bildet in einem konusförmigen Sammelbehälter einen Luftwirbel. Dort setzen sich die in der Luft enthaltenen Staub- und Schmutzpartikel durch Fliehkräfte am Rand des Behälters ab und werden so gesammelt. Weil das Prinzip nur bei gröberen Partikeln funktioniert, befindet sich in der Mitte des Behälters zusätzlich ein Zentralfilter, um auch Feinstaub verlässlich abzuscheiden. Noch besser filtert die sogenannte Multizyklon-Technologie, wo die Luft durch mehrere, verschieden große Zyklone strömt.
Auf einen Blick: Bodenstaubsauger mit Beutel vs. ohne Beutel
Staubsauger mit Beutel | Staubsauger ohne Beutel |
|---|---|
geringere durchschnittliche Anschaffungskosten | höhere Anschaffungskosten, vor allem für Geräte ab Mittelklasse |
Staubbeutel müssen entsorgt und nachgekauft werden, produziert Müll | entleerbarer Auffangbehälter, kaum Folgekosten |
einfacher, hygienischer Beuteltausch – gut bei Allergien | Auffangbehälter muss manuell entleert und gesäubert werden – unhygienisch |
größeres Fassungsvermögen des Beutels | Auffangbehälter kleiner (aber größer als beim Akku-/Stielsauger), muss öfters entleert werden |
abnehmende Saugleistung und mögliche Geruchsbelästigung bei voller werdendem Staubbeutel | konstante Saugleistung bei sachgemäßer Entleerung des Auffangbehälters und Filterreinigung |
braucht mehr Platz, sperrig | kompaktere Maße, wendiger |
tendenziell leiser im Betrieb | tendenziell lauter wegen Zyklon-Technologie |
Leistung und Saugleistung: Ausreichend Power trotz weniger Watt
Wieviel Watt Leistung sollte dein Staubsauger haben, um gute Ergebnisse zu erzielen? Grundsätzlich ist die Wattzahl allein kein ausreichendes Kriterium, um auf die effektive Saugkraft eines Geräts zu schließen. Maßgeblich sind neben der Wattleistung des Motors die Gesamtkonstruktion des Geräts sowie eine effiziente Kombination aller verbauten Teile – das spiegelt sich i. d. R. auch im Preis wider.
Wieviel Watt ein Gerät haben sollte, hängt in erster Linie vom Einsatzbereich ab: Wer hauptsächlich Parkettböden saugt, kann auch ein leistungsschwächeres Gerät mit z. B. 500 Watt verwenden. Wer viele Teppiche zu Hause hat oder wenn Tierhaare ein Problem sind, sollte auf mehr Power setzen. Je nach Einsatzbereich der Geräte sind 500 bis 900 Watt empfehlenswert. Neu produzierte Staubsauger mit mehr als 900 Watt sind ohnehin nicht mehr am Markt erhältlich – Grund dafür ist eine EU-Richtlinie von 2017 zur Senkung des Stromverbrauchs. Die erlaubte Leistungsaufnahme für kabelgebundene Bodenstaubsauger wurde darin auf maximal 900 Watt gesenkt.
Manche Hersteller sind dazu übergegangen neben der Leistung in Watt auch einen zweiten Wert, namentlich die Saugleistung in Watt, anzugeben. Damit soll eine bessere Vergleichbarkeit verschiedener Geräte und Hersteller möglich sein.
Wie ist das genau mit der Saugkraft?
Um die effektive Leistung festzustellen, muss die Saugkraft direkt an der Düse gemessen werden. In der Physik gibt es eine geeignete Maßeinheit, um die Saugkraft bzw. den erzeugten Unterdruck zu messen, und zwar Pascal (Pa). Nachdem kaum ein Hersteller diesen Wert angibt, ist er als Vergleichswert und Kaufkriterium ungeeignet.
Eine weitere verwendete Maßeinheit sind sogenannte Airwatt. Hauptsächlich wird der Begriff jedoch im Zusammenhang mit Zentralstaubsaugern oder Nass- und Trockensaugern/Industriesaugern gebraucht – nur einige wenige Hersteller von Haushaltssaugern verwenden ihn ebenfalls. Da die Ergebnisse je nach Messstellen und Einstellungen am Staubsauger – verbindliche Test-Normen gibt es nicht – recht unterschiedlich ausfallen, sind Airwatt als Vergleichswert ebenso mit Vorsicht zu genießen.
Die aussagekräftigsten Ergebnisse zum Thema Leistung und Saugkraft liefert die Praxis. Dazu gehören **unabhängige Vergleichstests**, die unter realen Bedingungen durchgeführt werden, wie etwa vom Verein für Konsumenteninformation (AT) oder der Stiftung Warentest (DE). Die Ergebnisse zeigen dabei, dass ab 13 Kilopascal (kPa) mit einer guten Saugkraft zu rechnen ist, Werte über 20 kPa sind sehr gut.
Energieeffizienz: Ein Blick auf das Label
Was bei anderen Haushaltsgeräten gang und gäbe ist, darauf muss bei neueren Staubsaugermodellen derzeit verzichtet werden. Nach einem Urteil des Gerichts der Europäischen Union im Jahr 2018 wurde die Verwendung des Energieeffizienzlabels für Staubsauger abgeschafft. Begründung: Die Energieverbrauchsmessungen an Staubsaugern waren bis dahin ausschließlich mit leeren Staubbeuteln durchgeführt worden. Nachdem sich die Werte aber bei zunehmend vollem Beutel verändern, und das je nach Hersteller/Modell auch noch in unterschiedlichem Ausmaß, wurden die Tests als für Endverbraucher:innen irreführend bewertet – so die Gerichtsentscheidung sinngemäß. Ein neues, praktikables Energieeffizienzlabel ist derzeit in Arbeit.
Aber: Sinnlos ist das Label für deine Entscheidung nicht. Denn Geräte, die vor dem Urteil auf den Markt kamen, verfügen noch über das alte Label – hier sind neben der Energieeffizienz noch einige interessante Werte angegeben, die du als Vergleichsdaten zwischen verschiedenen Geräten verwenden kannst.
Staubemissionsklasse:
Unter diesem Begriff wird die Qualität, der in den Raum wieder abgegebenen Luft beurteilt. Die Klassen sind in A bis G unterteilt, wobei A am besten ist und bedeutet, dass weniger als 0,02% des eingesaugten Staubs wieder in den Raum gepustet werden.
Teppichreinigungsklasse: Wer viele Teppiche oder Teppichböden in seinem Refugium besitzt, hat mit diesem Kriterium eine wertvolle Entscheidungshilfe.
Hartbodenreinigungsklasse: Konträr zum vorigen Punkt geht es hier um die Reinigungskraft auf Hartböden.
Geräuschentwicklung: Ebenso auf dem Label findest du den Punkt Geräuschentwicklung, angegeben in Dezibel (dB). Die meisten Staubsauger am Markt erreichen im Schnitt zwischen 70 und 80 dB, während die leiseren Geräte immer noch auf rund 50 bis 60 dB kommen. Nachdem das menschliche Ohr die Zunahme des Schalls um 10 dB als Verdoppelung der Lautstärke empfindet, zeigen bereits kleine Änderungen große Wirkung.
Fun Fact: Staubsaugergeräusch zum Einschlafen?
Einerseits ist die Geräuschentwicklung ein Bewertungskriterium auf dem Energielabel, andererseits sollen **Staubsaugergeräusche** sogar als Einschlafhilfe dienen. Ebenso sollen Geräuschkulissen von Waschmaschinen, Heizlüftern oder Flugzeugkabinen ein angenehmes Ambiente für guten Schlaf bieten. Meist handelt es sich bei solchen Einschlaf-Videos nicht mal um echte Geräusche, sondern um nichts anderes als sogenanntes weißes oder braunes Rauschen in verschiedenen Frequenzbereichen. Ob es funktioniert, muss jede:r selbst beurteilen... schon probiert?
Filter: Aufatmen statt Staub aufwirbeln
Für eine möglichst staubfreie Abluft sind neben Staubbeutel bzw. Zyklon noch weitere Filter für die feinsten Partikel zuständig. Zu diesen Partikeln zählen etwa Feinstaub, Pollen oder auch Krankheitserreger. Vor allem bei Allergiker:innen oder Menschen mit Atemwegsproblemen kann die Abluft beim Staubsaugen zu mehr Beschwerden führen. Letztlich profitieren aber alle Personen im Haushalt von einer möglichst sauberen Umgebung – Stichwort Feinstaub.
Bei der Filter-Ausstattung gibt es eine Unterscheidung zwischen Staubsaugern mit oder ohne Beutel. Während Geräte mit Zyklon-Technologie meist nur über einen Zentralfilter verfügen, gibt’s bei Saugern mit Beutel, der gleichzeitig dem Haupt-Filter entspricht, oft noch einen Motorfilter und einen Abluftfilter.
Der Abluftfilter befindet sich hinter dem Motor, also an letzter Stelle, bevor die Luft das Gerät verlässt. Er scheidet die letzten und feinsten Reste an Partikeln zuverlässig ab. Am sorgfältigsten erledigt das mit einer Effizienz von 99,99 % ein HEPA-Filter (high efficiency particulate air) ab Klasse H13. Der sogenannte EPA-Filter (efficiency particulate air) und ein normaler Microfilter arbeiten etwas weniger effizient.
Für Allergiker:innen sind HEPA H13 und H14 Filter die beste Wahl, sie filtern laut Anbietern neben Feinstaub auch Hausstaubmilben, Schimmelsporen, Blütenpollen, aber auch Bakterien und Virus-Partikel (wie COVID) aus der Luft. HEPA-Filter sollte man regelmäßig unter Leitungswasser reinigen und sollte sie etwa alle sechs Monate austauschen.
Eine recht kleine Auswahl am Markt gibt’s auch an Geräten mit Wasserfilterung – hier wird der Staub zusätzlich durch Wasser gebunden. Nachteile sind neben der geringen Auswahl an Geräten ein hoher Reinigungsaufwand des gesamten Geräts, um Keim- und Schimmelbildung vorzubeugen.
Woraus besteht Hausstaub eigentlich?
Den „gemeinen“ Hausstaub an sich gibt es nicht. Er ist eine Mischung aus organischen und anorganischen Stoffen, wie Fasern von Kleidung oder Teppichen, aus Hautschuppen und Haaren, eventuell auch Tierhaaren, jeder Menge Bakterien, Milben und Pilzsporen. Dazu kommen noch Partikel wie Pollen, Rußpartikel, Sand oder Streusalz, die zum Beispiel über die Schuhsohlen oder durchs offene Fenster ins Innere gelangen.
Die genaue Zusammensetzung variiert so erheblich, dass US-Forscher:innen anhand ihrer **Studien zur Staubzusammensetzung** nicht nur erheben konnten, aus welchem Teil der Erde der Staub kommt, sondern auch, ob es sich um einen Männer- oder Frauenhaushalt handelt. Indiz dafür ist die Bakterienzusammensetzung in den Proben.
Wenn du noch mehr über Staub erfahren willst, schau mal in die Folge Woraus besteht Hausstaub? der Bibliothek der Sachgeschichten (ehemals für die „Sendung mit der Maus“ gedrehte Sach-Dokus) rein.
Ausstattung: Leiser, sicherer oder praktischer
Neben essenziellen Merkmalen, wie Leistung und Filterung, gibt es eine Reihe an Optionen, die das Ergebnis weiter verbessern oder die Arbeit erleichtern.
Staubsauger können sehr laut sein. Spitzenwerte von 80 dB und mehr sind keine Seltenheit – das entspricht der Lautstärke eines kleinen Rasenmähers. Ein starker Motor und viele Filter erzeugen mehr Lärm, aber Geräte mit Geräuschdämmung sind von der Bauweise so optimiert, dass sie bei gleicher Saugkraft wesentlich leiser ihre Arbeit verrichten.
Mit zunehmend verstopftem Filter verlieren Beutelstaubsauger an Saugleistung. Eine Filtersättigungsanzeige hilft zu erkennen, wann es Zeit ist, den Filter zu reinigen bzw. zu ersetzen.
Für kurze (oder auch längere) Unterbrechungen während des Staubsaugens ist ein Park-System praktisch. Du kannst das Saugrohr einfach am Heck „parken“, sprich anstecken, statt es irgendwo anzulehnen... wo es ohnehin umfallen wird. Bei manchen Modellen schaltet der Motor beim Anstecken automatisch in einen Pausen-Modus um.
Ein Fehler beim Staubsaugen ist eine falsche Körperhaltung, die schnell zu Rückenbeschwerden führen kann. Mit einem Teleskoprohr ist eine bessere Anpassung an die Körpergröße und damit eine gesündere Körperhaltung – nämlich mit geradem Rücken – möglich.
Wer meint, er habe allen Staub erfasst und erwischt, wird Augen machen, wenn er ein Gerät mit Frontlicht verwendet. Die an der Düse befindlichen LED-Lichter bringen jeden Staubfusel gnadenlos ans Tageslicht.
Zubehör... und was du noch beachten kannst
Manche Staubsauger-Sets sind mit einem regelrechten Arsenal an Bürsten und Düsen, optimiert für die verschiedenen Einsatzbereiche, ausgestattet. Einige davon kannst du sicher gut brauchen:
Düsen: Für jeden Untergrund die richtige
Zur Basisausstattung fast aller Bodenstaubsauger gehört die umschaltbare Bodendüse. Ein kleiner Schalter, mit dem Fuß betätigt, macht aus der flachen Düse eine Borstendüse, die das Saugen auf harten Böden erleichtert.
Ebenso oft im Lieferumfang enthalten, um Fugen oder verwinkelte Ecken zu erreichen, ist die schmale, längliche Fugendüse. Für Polster, Sofas und Co. kommt idealweise die mit weichem Velours besetzte, handliche Polsterdüse zum Einsatz. Speziell für Hartböden, wie Fliesen oder Parkett im Haushalt, gibt es die Hartbodendüse mit fixem Borstenkranz, der sich im Gegensatz zur Kombidüse nicht einklappen lässt.
Bürsten- und Pinselaufsätze: Tiefe Gründlichkeit
Für besonders hartnäckige Fälle, wie Haare, Tierhaare oder Fussel in dicken Teppichen, sind Bürsten das Mittel der Wahl. Dabei gibt’s klassische, die einfach einen Bürstenkranz haben oder Turbobürsten, mit einer motorbetriebenen Bürstenwalze – damit wird festsitzender Schmutz besonders effektiv gelockert und abgesaugt. Ein Bürstenkranz ist generell für harte Böden wie Stein, Fliesen oder Linoleum gut geeignet. Weniger empfehlenswert sind harte Bürsten für empfindliche Holzböden.
Für heiklere Bereiche, wie die Reinigung von Bücherregalen, Lampen oder empfindlichen Gegenständen gibt es Saugpinsel, die dank ihrer langen, weichen Borsten den Schmutz schonend aber effektiv während des Saugens lockern.
Sonstiges: Kleine aber nicht unwichtige Details
Je nachdem wie groß deine Räume sind, solltest du den Aktionsradius des Geräts entsprechend wählen. Dann musst du nicht während dem Saugen das Kabel umstecken oder ein Verlängerungskabel benutzen. Standardmäßig haben die meisten Staubsauger rund 8 bis 10 m Kabellänge. Bei Geizhals findest du auch Geräte mit 10 m und mehr Kabellänge auf einen Klick.
Besteht dein Zuhause aus mehreren Stockwerken? Dann wäre auch das Gewicht des Geräts ein überlegenswertes Kaufkriterium. Ein kiloschweres Gerät, die Stufen rauf- und runterzuschleppen, das kann ganz schön schweißtreibend werden – vor allem auch beim Absaugen der Stufen selbst. Praktisch wäre dann auch ein angenehmer Tragegriff. Mit den Filtermöglichkeiten auf Geizhals kannst du dir ganz einfach deinen idealen Staubsauger, z. B. mit Tragegriff, geringem Gewicht und großem Aktionsradius zusammenstellen.
10 Tipps, was man beim Staubsaugen nicht tun sollte
Egal, ob du dich für einen Staubsauger mit Kabel oder Akku entscheidest, es gibt ein paar Dinge, die du besser vermeiden solltest:
Staubbeutel/Staubbehälter zu voll werden lassen: Ein Sauger mit Beutel verliert bei zunehmendem Füllstand an Saugkraft, der Motor wird außerdem unnötig stark belastet, was die Lebenszeit des Geräts verkürzen kann. Darüber hinaus können unangenehme Gerüche entstehen, weil Schmutz und Staub auch immer Keime enthalten.
Flüssigkeiten einsaugen: Es gibt Geräte, die eine Nasssaugfunktion für Flüssigkeiten haben. Bei allen anderen Geräten ist das jedoch tunlichst zu vermeiden. Die Folgen reichen von Schimmelbildung bis zu Schäden an der Elektronik.
Große, harte Teile einsaugen: Kennst du das? Besonders beim Saugen im Eingangsbereich liegen oft kleine Steinchen und ähnliches herum, die dann praktischerweise einfach mitgesaugt werden. Mit etwas Pech können sie sich im Inneren des Geräts verklemmen und im schlimmsten Fall zu Schäden führen.
Filter zu selten wechseln: Sowohl der Grobfilter vor dem Motor als auch der Feinstaubfilter sollten etwa ein bis zwei Mal pro Jahr gewechselt werden. Sie verstopfen mit der Zeit und das beeinträchtigt die Saug- bzw. Filterleistung. Immer die Angaben des Herstellers beachten!
Den falschen Aufsatz benutzen: Viele Bodenstaubsauger verfügen über einen ausklappbaren Bürstenkranz an der Düse. Er eignet sich ideal für glatte Böden aus Holz oder Fliesen. Auf Teppichböden sind Bürsten ungeeignet, erschweren das Saugen und führen zu keinem guten Ergebnis.
Zuletzt unter den Schränken saugen: Instinktiv beginnen viele in der Mitte des Raumes und saugen erst am Ende in den Ecken und unter Möbeln und Schränken. Dabei wäre es genau umgekehrt besser: zuerst unter den Möbeln, dann in den Ecken und am Ende in der Raummitte.
Unaufgeräumtes Zimmer saugen: Hand aufs Herz, wer räumt vor dem Saugen tatsächlich die Wohnung auf und stellt die Stühle hoch? Dabei wäre es viel besser, als dann unter Verrenkungen Dinge aufzuklauben, oder mit etwas Pech herumliegende, wertvolle Sachen, wie Schmuck, einzusaugen. Daher: vorher aufräumen!
Durchgehend mit voller Power saugen: Speziell bei Akkusaugern ist es sinnvoll, die Saugkraft zu regulieren, denn die Leistungseinstellung hat großen Einfluss auf die Laufzeit. Insbesondere bei flachen Böden ohne Teppich kann man ruhig eine Stufe zurückschalten und erhält ein gleich gutes Ergebnis.
Nach dem Staubsaugen Regale wischen: Erst die grobe Arbeit, also Staubsaugen, und dann die Feinarbeit, wie Regale wischen? Das macht wenig Sinn. Beim Abstauben wird wieder viel Staub aufgewirbelt, der sich in der Luft und am Fußboden verteilt. Daher: zuerst Wischen, dann Saugen.
Alles mit der selben Düse saugen: Viele Geräte werden mit umfangreichem Zubehör geliefert, etwa um Polster oder auf Schränken zu saugen. Warum also für alles nur die Bodendüse benutzen? Diese ist erstens nicht ideal geeignet, zweitens ist es unhygienisch, z. B. Kopfpolster mit der Bodendüse abzusaugen.
Zusammenfassung: Auf den Punkt gebracht
Wenn du dich für die Anschaffung eines Bodenstaubsaugers entschieden hast, überleg dir, ob das Gerät klassisch mit Staubsaugerbeutel oder beutellos mit Zyklon-Technologie arbeiten soll. Beides hat Vor- und Nachteile:
Staubsauger mit Beutel sind in der Regel günstiger, tendenziell leiser, haben ein größeres Auffangvolumen für Staub und Schmutz und sind die hygienischere Wahl in punkto Entledigung des Staubs – der volle Beutel wird hygienisch entnommen und weggeworfen. Beim beutellosen Sauger musst du den Auffangbehälter händisch leeren und reinigen. Für Allergiker:innen mag das ein entscheidendes Kriterium sein.
Beutellose Geräte haben andere Vorteile: Mit der Zyklon-Technologie besteht kaum Saugkraftverlust bei voller werdendem Füllstand des Auffangbehälters. Es müssen keine Beutel nachgekauft werden und es gibt kaum Folgekosten – gut auch für die Umwelt. Außerdem sind die Ausmaße der Geräte tendenziell etwas kompakter.
Filterung: Zyklonsauger benötigen lediglich einen Zentralfilter, Staubsauger mit Beutel haben neben dem Staubbeutel i.d.R. einen Motor- und einen Abluftfilter. Idealerweise kommen HEPA-Filter Klasse H13 oder 14 zum Einsatz, die selbst feinste Partikel zuverlässig abscheiden.
Saugleistung: Was die Saugleistung deines Bodenstaubsaugers betrifft, kannst du bei Werten zwischen 500 und 900 Watt mit guten Resultaten rechnen. Neue Geräte sind durch ein EU-Urteil auf maximal 900 Watt beschränkt. Entscheidend für die Saugkraft ist die gesamte Konstruktion und Qualität des Geräts, nicht die Wattzahl allein. Hilfreich können dabei unabhängige Tests sein, wo die Saugleistung nicht nur anhand von Datenblättern, sondern im tatsächlichen Einsatz ermittelt wird. Wichtigstes Kriterium für die benötigte Leistung sind letzten Endes deine individuellen Anforderungen: Wenn du Haustiere oder viele Teppiche hast, macht es Sinn, zu einem stärkeren Modell zu greifen. Für Hartböden aus Holz oder Fliesen kann auch eine geringere Leistung ausreichend sein.
Häufige Fragen & Antworten
Was bringt ein Staubsauger mit Zyklon-Technologie?
Beim Bodenstaubsauger mit Zyklon-Bauart sparst du dir den Kauf und Tausch von Staubsaugerbeuteln, weil der Staub in einem Auffangbehälter landet. Andere Vorteile gegenüber Saugern mit Beutel: Die Saugkraft bleibt trotz zunehmendem Füllstand annähernd unverändert und die Geräte sind in der Regel kompakter.
Warum riecht mein Staubsauger unangenehm?
Schuld ist eine Mischung aus Bakterien, Haaren und Hautschüppchen, Essenskrümeln und was sonst noch alles im Staubsaugerbeutel landet. In der warmen Umgebung ergibt diese Mischung ein ideales Biotop für strenge Gerüche. Ein Tipp dagegen: regelmäßig etwas Waschpulver mit aufsaugen.
Welcher Staubsauger ist der beste für Allergiker:innen?
Für Allergiker:innen wären ein Zentralstaubsauger oder ein Gerät mit Wasserfilterung die besten Varianten. Beide Typen sind aber eher Nischenprodukte am Markt. Bei Bodenstaubsaugern mit Beutel ist die Verwendung eines HEPA-Filters ab Klasse H13 empfohlen. Und bei beutellosen Staubsaugern sorgt die Multizyklon-Bauart für besonders reine Abluft.
Was ist ein HEPA-Filter?
HEPA steht für „High Efficiency Particulate Air”. Der Filter ist in verschiedene Klassen unterteilt und scheidet bis zu 99.99 % der Partikel (wie Viren, Bakterien, Milbeneier, Pollen, Feinstaub) aus der angesaugten Luft ab. Für empfindliche Menschen oder Allergiker:innen werden Klasse H13 oder H14 empfohlen.
Wieviel Watt sollte mein Staubsauger haben?
Bei vielen Teppichen/Teppichböden oder Tieren im Haushalt macht es Sinn zu einem leistungsstärkeren Modell zu greifen. Bei vorwiegend Hartböden, wie Holz oder Fliesen, reichen weniger Watt aus. Empfehlenswert sind bei Bodenstaubsaugern zwischen 500 bis 900 Watt. Aber: Die effektive Saugleistung wird nicht durch die Leistung/Watt alleine bestimmt, sondern ergibt sich aus der Gesamtkonstruktion des Geräts. Manche Hersteller geben weitere Werte wie Airwatt, Pascal usw. zum Leistungsvergleich an. Am aussagekräftigsten zum Thema Saugleistung sind jedoch unabhängige Vergleichstests, wie von Stiftung Warentest (D) oder dem Verein für Konsumenteninformation (AT).
Warum gibt es keine Staubsauger mit mehr als 900 Watt?
Grund dafür ist eine EU-Richtlinie von 2018 zur Senkung des Stromverbrauchs. Die erlaubte Leistung für neue kabelgebundene Bodenstaubsauger wurde darin auf maximal 900 Watt beschränkt. Ältere im Umlauf befindliche Modelle können auch mehr als 900 Watt haben.
Gibt es für Staubsauger ein Energielabel?
Nein. Aktuell gibt es nach einem EU-Urteil von 2018 kein Energieeffizienzlabel für Staubsauger. Grund: Die bis dahin verwendeten Werte bezogen sich auf Staubsauger mit leerem Beutel und waren somit wenig brauchbar für verlässliche Vergleiche – um Irreführung an Verbraucher:innen zu vermeiden, wurde es gekappt. Ein neues Energieeffizienzlabel ist aber geplant.
Inhaltsverzeichnis
- Alles Wissenswerte zu Bodenstaubsaugern
- Das passiert beim Staubsaugen
- Vergleich: Kabelgebundener Bodenstaubsauger vs. Akkusauger
- Wichtige Kriterien beim Kauf eines Bodenstaubsaugers
- Gerätetypen: Mit Beutel oder beutellos
- Leistung und Saugleistung: Ausreichend Power trotz weniger Watt
- Energieeffizienz: Ein Blick auf das Label
- Filter: Aufatmen statt Staub aufwirbeln
- Ausstattung: Leiser, sicherer oder praktischer
- Zubehör... und was du noch beachten kannst
- Zusammenfassung: Auf den Punkt gebracht
- Häufige Fragen & Antworten
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