Österreich (aktiv)EUDeutschland Geizhals (Österreich) » Filme » Filme DVD » Dokumentationen » Das Politbüro privat
Fragen? Besuchen Sie doch unser Forum!

Das Politbüro privat

Bewertungen im Forum lesen

Bewertungen und Meinungen für Das Politbüro privat

Leistungsdaten/Ausstattung:
Preis-Leistungs-Verhältnis:
Qualität:
Support:
Gesamtbewertung: 50%
3.00 von 5
auf Grundlage von 1 Bewertungen
Produktempfehlungen:
100% empfehlen dieses Produkt.
Zeige 1 Rezension
  • positive Bewertung

    Man sollte es kennen

    Gesamtbewertung: (3.00)
    Das Politbüro privat nennt sich ein Aufbau Taschenbuch, herausgegeben 2005 von Thomas Grimm, das verspricht, Ulbricht, Honecker, Mielke & CO. aus der Sicht ihrer Angestellten darzustellen. Ich hab’s gekauft, gelesen und - na ja, ich muss es nicht in meiner Bibliothek haben, biete es hiermit zum Verschenken (oder Tauschen) an.

    Die Angestellten, zu DDR-Zeiten habe ich sie verächtlich als „Domestiken“ bezeichnet, geben, wie versprochen, eine Bild des Alltags ihrer mächtigen Herrschaften. Sympathisch ist, dass sie sich heute nicht in die Pose von Entlarvern werfen. Sachlich werden viele Einzelheiten mitgeteilt, manchmal mit einem Hauch Nostalgie, fast immer ohne eine Verallgemeinerungsabsicht, Fakten, die der interessierte Zeitgenosse mittlerweile mehr oder weniger zusammenhängend auch schon aus anderen Quellen erfahren hat.
    Da mich der Prominentenalltag als Sensation an sich kaum, sondern eher in Hinblick auf seine Bedeutung für das gesellschaftliche Ganze interessiert, war meine Erkenntnisausbeute begrenzt.
    Doch bestätigt und erneut festzuhalten ist immerhin dies:
    - Von Anfang an gab es Privilegien für die machtausübenden Funktionäre und ihren Anhang. Die Stunde Null des DDR-Realsozialismus fußte auf Jahrzehnten der Entartung im sowjetischen Sozialismus.
    - Die Privilegien wurden im Laufe der DDR-Entwicklung ständig erweitert. Am Ende hatten die „führendsten Genossen“ immerhin den Luxus erfolgreicher Kleinkapitalisten ihres westlichen Nachbarlandes erreicht.
    - Übereinstimmend bestätigen die Beobachter „am Schlimmsten waren die Kinder und Enkel“. Mancher Nachwuchs nutzte die Vergünstigungen nicht nur für persönliche Bedürfnisse aus, sondern begann auch „einen schwunghaften Handel“, z. B. mit Konsumgütern aus dem Westen. Mir drängt sich das Bild eines schleichenden Übergangs vom Clan zur Mafiagruppe auf.
    - Alle Verhältnisse waren streng hierarchisch, mit einer Art Doppelspitze, dargestellt einerseits durch eine Person, andererseits durch eine Idee. Eine Person, sei es Ulbricht, sei es Honecker, wurde so herausgehoben, dass das Leben um sie herum allmählich erstarb (mit den letztlich vernichtenden Folgen für diese Person selbst). Zugleich gab es die Herrschaft einer „Idee“ – SICHERHEIT plus zugehörigem Bastard „Geheimhaltung“. Der oberste Hüter dieser „Idee“, Mielke, inszenierte seine eigene und modifizierte die gesamte Machtstruktur bis zum Endergebnis der kombinierten Zerstörung/Selbstzerstörung.

    Die Person Mielke war nicht das System aber das als revolutionärer Versuch entworfene System erwies sich als allzu fruchtbarer Nährboden für Missachtung von Menschenwürde und schlimmes Intrigantentum.

    http://opablog.twoday.net/topics/Realsozialismus
    Antworten
Copyright © 1997-2016 Preisvergleich Internet Services AG