Griffin PowerMate, USB

Bewertungen für Griffin PowerMate, USB

Bewertungen (2)

2.8 von 5 Sternen

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  • Hält nicht, was man sich davon versprechen könnte.

    Das Anschlußkabel ist mit netto rund 50 cm zu lang, um es ohne Gerödel auf dem Tisch an der Tastatur anzuschließen, aber zu kurz, um es direkt am Rechner anzuschließen (soweit man bevorzugt, den nicht in der Ohrmuschel zu parken). Ob man eine transparente Ummantelung mit Blick auf den Grünspan an der Abschirmung hübsch findet, mag sich jeder selber fragen. Da sich der Powermate nicht zerstörungsfrei öffnen läßt, muß man damit so leben, wie es geliefert wird. Unnütz dick ist das Anschlußkabel nebenbei auch noch. Immerhin ist der Powermate schwer genug, um nicht zum Sklaven seines Kabels zu werden.
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    Der Powermate steht auf einer Glasplatte, die durch eine Silikonscheibe gegen Rutschen und Absplittern gesichert ist -- und die artgemäß vor sich hin vergilbt. Die Glasscheibe wird von zwei blauen LEDs beleuchtet. Das wird versprochen, und das hält er.
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    Der Drehknopf ist mit ziemlich langer Achse auf einem ziemlich billigen Dreh-Klick-schalter montiert, dessen Achse nicht sauber stet, sodaß er vor allem aber beim Klicken verkantet bzw. hakelt. Zudem ist der Klick-Hub zu groß: sowohl im Vergleich zu Mausknöpfen als auch im Vergleich zu Jogs. Immerhin ist der Schalter selber am Gehäuse montiert, sodaß Last aufs Gehäuse drückt, nicht auf die Platine. Mit dem Handballen draufkloppen läßt sich gut. Ein Click durch azentrischen Druck mit dem Finger ist nicht zuverlässig möglich.
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    Auch ohne Fingerkuhle läßt sich mit dem Knopf gut joggen. Leder nervt dabei die eher scharf geratene Fase die Fingerkuppe. Der Drehknopf läuft haptisch nicht "satt", wie man es (jenseits der Billigklasse) von Lautstärkereglern kennt. Mechanisch dreht er zwar mit Schwung nach, aber der Treiber kommt dabei nicht unbedingt hinterher.
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    Damit sind wir bei der eigentlichen Schwachstelle. Obwohl er entweder Mausbewegungen (Zeiger oder Scrollrad) liefert oder Tastenanschläge, registriert der Powermate sich nicht als HID-Combo aus Maus (möglicherweise tatsächlich nicht als Maus, sondern als Tastatur-Maus) und Tastatur, sondern fungiert als eigenes Device. Das erlaubt auf die dummstmögliche Tour -- beispielsweise Synaptics integriert eine Unterscheidung und separate Konfiguration der einzelnen angeschlossenen Pointer-Devices in die ssystemeigenen Mauskonfigruation -- Maus-Events von Powermates von der Mauskonfiguration getrennt zu handhaben. Es erzwingt aber (ausgenommen sind natürlich die 3rd party OSS-Treiber für Linux), nur das konfigurieren zu können, was der Powermate-Treiber vorsieht. Und das ist eher drürftig.
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    Grundsätzlich sendet der Powermate Tastatur-Events, je Drehwinkel-Abschnitt einen. Welche, läßt sich danach unterscheiden, welche Applikation gerade aktiv ist, und welche Tasten dann jeweils, ist frei einlernbar. Die Multimedia-Tasten Vol+ und Vol-, sowie Mauszeiger links, rechts, hoch, runter und Scroll-up bzw. -down sind als wählbare Optionen vorkonfiguriert. Modifier Keys (Strg, Alt, ...) können nicht als Modifier für die gesendeten Tastatur-Events zum Einsatz kommen, weil der Powermate-Treiber sie nicht vorsieht. Beispielsweise [Ctrl+PgUp] läßt sich senden, ein gesendetes [PgUp] ignoriert aber einen zeitgleichen Druck auf die Ctrl-Taste der Tastatur.
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    Somit kann der Powermate mit einem Tastatur-Event für Drehschritt nach links, einem für Drehschritt nach rechts, einem für Klick und -- weniger als Bonus, denn als Workaround um die Klick-Unsicherheit -- einem für Langer-Klick belegt werden. Als Modifier kennt der Powermate Gedrückthalten des Drehknopfs, und damit zwei "Tasten" mehr.
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    Das Gedrückthalten kostet allerdings zu viel Kraft. Würde es mit einem Finger erfolgen, riefe das vermutlich zumindest den Betriebsmediziner auf den Plan. Im typischen Vierfinger-Mausgriff geht das Eindrücken einwandfrei vonstatten. In dieser Griffhaltung ist der nutzbare Drehbereich allerdings auf etwa 160 deg beschränkt. Sofort klingelt es: Fein, das ist das Shuttle! Nein, genau der ist es nicht: der Treiber sendet stur pro Drehwinkel-Schritt einen Tastendruck und kann nicht konfiguriert werden, nach Auslenkung in eine Richtung "Dauerfeuer" zu geben, bis eine Rückdrehbewegung erfolgt. Würde er mehr als zwei Euro kosten dürfen, könnte man natürlich auch an einen mechanischen Rückstellmechanismus denken ... Apropos Dauerfeuer: Besonders nützlich wäre, wenn der Powermate-Treiber Mausklicks (je Drehwinkel-Abschnitt einen) senden könnte. Kann er aber nicht. So lassen sich ihm ganz gut für Applikationen, die sich mit Tastaturkürzeln feinsteuern lassen, zwei, drei charakteristische Aktionen übertragen. Nur, daß der Wunsch für Applikationen, die sich gut mit Tastaturkürzeln feinsteuern lassen, sich weniger aufdrängt als bei solchen, bei denen Mausklick-Hämmern auf GUI-Buttons angesagt ist. Und die Möglichkeit, den Mauszeiger abweichungsfrei strikt horizontal oder vertikal zu bewegen, ließe sich beispielsweise per XMouseButtonControl gratis realisieren. Griffin hält den Treiber, an der Update-Aktivität gemessen, offenbar seit Jahren für vollkommen ...
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    Beschränken wir die Betrachtung seines Könnens auf den Markting-Text: Als Volume-Regler taugt er nichts, weil er keinen Anschlag hat. Als Ein-/Ausschalt-Knopf für den Rechner taugt er nichts, weil das Kabel zu kurz ist. Als Er taugt aber als Warnblinklicht, daß man nach Runterfahren des Rechners vergessen hat, ihn vom Netz zu nehmen. Außerdem hervorzuheben ist: Der Knopf dreht schon bei Berührung mit dem kleinen Finger ausreichend leichtgängig, um ihn als Dial einzusetzen, obwohl der Knopf seitlich nicht gerändelt ist.
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    Fazit: Hat durchaus speziellen Nutzen, sieht aber nicht nur billig aus, sondern ist es leider auch.
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